Ausstellung

EINE LANDSCHAFT VOLL LICHT UND FARBE

Ausstellung vom 25. APRIL - 18. OKTOBER 2026

Ausstellungseröffnung am 25. April, 15 Uhr

Begrüßung: Hans-G. Pawelcik
Vorstand Lilienthaler Kunststiftung

Einführung: Dr. Bernd Schimpke
Kunstsammler und Kenner der Künstlerkolonie Nidden

Dank: Dr. Bettina Jachens
Vorstand Lilienthaler Kunststiftung

Musikalische Begleitung: Kristin Petz

Am zweiten Tag machten wir einen Ausflug auf die Kurische Nehrung.
Ich glaube, daß es vielleicht der Höhepunkt der Reise war.
Bis jetzt das Schönste, was wir sahen. Ich bin noch ganz gefangen von der Landschaft, von Meer und Weite und Sand.
Man kann sein Herz verlieren an dieser Landschaft und immer Sehnsucht danach haben.“ (um 1933, unbekannt)

 

Die Künstlerkolonie Nidden

Die ostpreußische Künstlerkolonie Nidden hatte ab 1900 die gleiche Bedeutung wie die niedersächsische Künstlerkolonie Worpswede. In dieser Zeit gab es in ganz Europa Orte, die von Künstlern bewusst aufgesucht und die als Künstlerkolonien bekannt wurden.

Die exponierte Lage Niddens auf der Kurischen Nehrung zwischen Ostsee und Haff machte sie früh für Kunststudenten aus Königsberg attraktiv. Auch hier hatte sich Begeisterung für die Landschaftsmalerei durchgesetzt. In Nidden gab es ausreichend Motive und ähnlich wie in Worpswede war in diesen Jahren das Leben dort günstiger.

 

Neben der atemberaubenden Landschaft mit den ausgedehnten Wanderdünen – die Wilhelm von Humboldt an die Sahara erinnerte – waren es die unverkennbaren Kurenkähne der Fischer, die imposanten Elche und die Fischer, die mit ihrem einfachen Leben für Motive sorgten, die die Künstler reizten. Sehr bald ging der Ruf Niddens bis nach München, Düsseldorf und Berlin, was viele Künstler und Künstlerinnen bewog, hier ihre Malstudien zu machen und sich gleichzeitig mit Künstlerkollegen treffen zu können.

Waren es erst die Fischer, die günstige Wohnmöglichkeiten boten, etablierte sich der Gasthof Blode mit dem Blick auf das Haff, der zum beliebten Treffpunkt von Künstlern und Feriengästen wurde.

Viele dieser zahlreichen Künstler sind heute nur Kennern bekannt, weil das Leben für sie dort spätestens ab 1945 durch die russische Besetzung Ostpreußens unmöglich wurde und sie im Westen einen Neuanfang beginnen mussten.

Künstler wie Heinrich Krüger, Ernst Bischoff-Culm und Eduard Anderson waren die ersten Maler, die sich in Nidden niederließen. Lovis Corinth kam aus Königsberg und malte den Friedhof mit seinen eigenartigen Grabkreuzen.

Viele dieser zahlreichen Künstler sind heute nur Kennern bekannt, weil das Leben für sie dort spätestens ab 1945 durch die russische Besetzung Ostpreußens unmöglich wurde und sie im Westen einen Neuanfang beginnen mussten.

Künstler wie Heinrich Krüger, Ernst Bischoff-Culm und Eduard Anderson waren die ersten Maler, die sich in Nidden niederließen. Lovis Corinth kam aus Königsberg und malte den Friedhof mit seinen eigenartigen Grabkreuzen.

Der mehrmalige Besuch von Max Pechstein machte die Künstlerkolonie noch bekannter und veranlasste den Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff ebenfalls zu kommen. Theo von Brockhusen, Erich A. Klauck, Arthur Degner, Gerhard Eisenblätter, Karl Eulenstein, Waldemar Rösler, Alfred Teichmann, Hermann Wirth und Edith Wirth-Sukkau lebten zeitweise in Nidden. Die Maler Carl Knauf und Richard Birnstengel sowie der Schauspieler Paul Isenfels bauten ihre Häuser im Stil des Ortes. Die wichtigste Figur wurde der Maler Ernst Mollenhauer, der bis 1945 am Fortbestand der Künstlerkolonie festhielt.

1929 erhielt Nidden durch den Zuzug des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann erneut eine kulturelle Aufwertung. Seine Begeisterung für den Ort und die Landschaft machte er in Aufsätzen publik.

Die Lilienthaler Kunststiftung konnte sich aus der größten deutschen Sammlung zur Künstlerkolonie Nidden die Werke ausleihen, die das ganze Spektrum dieser Künstlerkolonie zeigt.
Einen wichtigen Aspekt hat sie dabei auf das Werk des neben Thomas Mann wohnenden Malers Carl Knauf gelegt. In den zahlreichen Gemälden seines Schaffens verfolgt man nicht nur sein impressionistisches Gesamtwerk, sondern auch die wunderbaren Stimmungen der Kurischen Nehrung.

Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg stellt die bislang kaum bekannten großformatigen Fotografien des Niddener Malers und Fotografen Bruno Krauskopf zur Verfügung, sodass auch die Aufenthalte Thomas Manns eindrucksvoll nachempfunden werden können.

Über fünf Jahrhunderte gehörte das Land am Fluss Memel zu Preußen. Es war der östlichste Zipfel des Deutschen Reichs und stets ein multiethnisch geprägter Landstrich: Vor allem Deutsche, Kuren, Litauer, Polen und Russen lebten dort miteinander – meist friedlich – bis die beiden Weltkriege dieses Bild radikal veränderten. 1919 ging das Memelland als Kleinlitauen an die Siegermächte über. Vier Jahre später besetzten es litauische Freischärler.
1939 wurde Kleinlitauen von Deutschland annektiert.

1940 besetzte die Rote Armee die Kurische Nehrung, die verbliebenen Deutschen flohen. Nach erneuter deutscher Besatzung wurde Litauen mit Kriegsende bis 1990 sowjetisch. Der Mythos eines verschwundenen Landes aber blieb.

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