Aktuelle Ausstellung

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Der Kulturtipp von Radio Bremen Zwei – Sprecher: Jens Schellhass


FIGUR. PORTRAIT. SKULPTUR. DIE DARSTELLUNG DES MENSCHEN IN REGIONALER KUNST

Ausstellung vom 24. April – 9. Oktober 2022

Kunstmuseum, Kunst-Café, Lilienthaler Kunststiftung, Figur.Portrait.Skulptur

Sabine Lause, Sarah, heller Ton, 2017
Privatbesitz

Kunstmuseum, Kunst-Café, Lilienthaler Kunststiftung, Figur.Portrait.Skulptur

Doris Fischer, Sophia Helene
Privatbesitz

„Das Schönste wäre ja, wenn ich jenes unbewusste Empfinden, was manchmal leicht und lieblich in mir summt, figürlich ausdrücken könnte.“
Paula Modersohn-Becker

Portraitmalerei ist eine uralte Kunst – bereits im alten Griechenland um 500 vor Christus pflegte man die Kunst des Portraitierens. Auch die neue Ausstellung in der Lilienthaler Kunststiftung widmet sich ganz dem Portrait.
Alle, die etwas auf sich hielten, ließen sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts portraitieren: Adel, Kaufleute, vom Klerus bis zu den Menschen, die aufgrund ihres sozialen Rangs als würdig erschienen. Damals diente das Portrait dazu, Personen zu ehren oder nach deren Tod an sie zu erinnern. Berühmte Künstler wie Albrecht Dürer, Vincent van Gogh oder Max Beckmann entwickelten das Selbstportrait zu einem ganz eigenen Genre.
Versuchte man früher den Menschen naturgetreu in einem Gemälde wiederzugeben, zeigten die Expressionisten viel vom Charakter des Modells.

In der modernen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts rückten die existentiellen Fragen nach der eigenen Identität in den Vordergrund. Hatten sich die Künstler der ersten Worpsweder Generation ganz der Landschaftsmalerei verschrieben, der Darstellung der Natur mit Licht und Schatten, dem hohen Himmel und den Birkenalleen, drängte sich jetzt mehr das eigene Ich in den Fokus.

Ein besonderes Kapitel ist das Selbstportrait. Es ist selten Ausdruck von Mangel an Modellen, sondern Spiegelbild der eigenen Empfindung, wie Paula Modersohn Becker es oben im Zitat ausdrückt.

In eindringlichen Bildern geht es um die, immer noch hochaktuelle Frage nach der eigenen Identität, um das Selbst als fremdes Wesen.
Die neue Ausstellung „Figur.Portrait.Skulptur. Die Darstellung des Menschen in regionaler Kunst“ lenkt den Blick auf den Menschen, als wesentlichen Bildinhalt.

Neben Bildern aus dem eigenen Bestand der Lilienthaler Kunststiftung sind Bilder aus der Worpsweder Kunststiftung zu sehen und etliche Werke privater Leihgeber. Darstellungen bekannter Maler wie Fritz Mackensen, Hans am Ende, Ottilie Reylaender oder Tetjus Tügel sind Teil der Ausstellung. Aber auch Bilder unbekannter Weggefährtinnen von Paula Modersohn Becker, wie der bislang kaum bekannten Malerin Frida Witt. Das Besondere: Es werden eine ganze Reihe an Bildern zu sehen sein, die bislang nur in privaten Sammlungen oder in Archiven gezeigt wurden. Außerdem wird auch die ganze Sparte der Plastik sowie der Fotografie in der neuen Ausstellung berücksichtigt.
Mit ungefähr 100 Werken figürlicher Malerei, versucht die Lilienthaler Kunststiftung erneut ein Zeichen in der Region zu setzen.

Dabei geht die Kunststiftung mit dieser Ausstellung zum ersten Mal eine Kooperation mit der in Bremen ansässigen Kunstschule Wandsbeck-» ein. Kunststudentinnen und -studenten werden sich intensiv mit den Künstlern und deren Motiven auseinandersetzen, und gegen Ende der Ausstellung ihre eigenen Werke zum Thema „Portrait“ präsentieren. Wir freuen uns sehr über die Kooperation, die junge Menschen an die regionale Kunst heranführt.

Wir bedanken uns herzlich bei unseren Förderern-»

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