Ausstellung

Lichtblicke

120 JAHRE FOTOGRAFIE ZWISCHEN WORPSWEDE UND BREMEN

Ausstellung vom 31. März - 8. Oktober 2023

Vernissage am 31. März um 19 Uhr mit einem Glas Sekt.

Fotografieren heißt eigentlich: Mit Licht malen. 

Unbemerkt von der ab 1889 bekannten regionalen Kunstgeschichte zwischen Worpswede, Fischerhude, Lilienthal und Bremen haben sich neben den Malern und Malerinnen auch Fotografen und Fotografinnen weit über die Dokumentation des Lebens dieser Künstler und ihrer Schilderung der Landschaft etabliert. 

In einigen Fällen schlossen sie mit den schnell berühmt gewordenen Worpsweder oder Fischerhuder Künstlern und Künstlerinnen Freundschaften. Einige solcher Fotos sind jahrelang als Abbild ihrer Geschichte verwandt worden, allerdings kaum als eigener künstlerischer Beitrag.
Die durch die Gemälde bekannten Motive von Moor und Heide mit ihren Attributen der Birken, des hohen Himmels und der armseligen Bauernkaten ist für das erstarkende Bürgertum auch ein Aushängeschild, dass sie sich auf der Höhe der Zeit befinden.

Fotografie ist ab 1880 zum beliebten Hobby und die Chance für junge Männer auf einen aufregenden Beruf geworden. Selbst Künstler und Künstlerinnen greifen in diesen Pionierzeiten gerne zu diesem neuen Medium. 

Während man in kurzer Zeit die Namen der Stammgruppe der Worpsweder Künstlerkolonie weltweit kannte, haben die 20 Namen der sie begleitenden Fotografen nie wirklich Bedeutung bekommen. Daher zeigen wir in unserer Ausstellung erstmalig Arbeiten  von Theodor und Oskar Hofmeister, Hugo Erfurth, Hans Müller-Brauel, Hans am Ende, Hermine Overbeck-Rohte, Carl Eeg, Rudolf Stickelmann, Nicola Perscheid, Georg Tappert, Julius Frank, in deren Nachfolge dann Hans Saebens, Hed Saebens-Wiesner, Rudolf Dodenhoff, Clemens Kaminski, Klaus Rohmeyer, Horst Wöbbeking, Fritz Dressler, Lothar Klimek, Werner Rohde, Rüdiger Lubricht und Jochen Stoss.
Sie sollen exemplarisch die Tragweite dieser künstlerischen Entwicklung deutlich werden lassen. Viele dieser Namen haben heute in der Geschichte der Fotografie als Pioniere ihres Faches weitreichende Bedeutung. 

Dabei werden, wie im Fall des Lilienthaler Fotografen Julius Frank, auch Schicksale deutlich. 

Fotografie wird im Gegensatz zur Malerei wegen ihrer Reproduzierbarkeit bis heute oft nicht als Kunst gewertet. Diese Auffassung hat sich schon um 1930 geändert und spätestens ab 1950 grundlegend durchgesetzt. 

 

In unserer neuen Jahresausstellung ab April 2023 gehen wir den Arbeiten verschiedener Fotografen und Fotografinnen in der Region um Lilienthal herum nach und spüren die Anfänge ihrer Lichtmalerei an Hand von Beispielen auf, um erstmals die große fotografische Spannbreite der vergangenen 120 Jahre Kulturschaffens auf diesem Gebiet in unserer Kulturregion zu verdeutlichen.
Dabei zeigt sich, dass sich die Fotografie über Jahrzehnte und Generationen hinweg unserer Landschaft genauso widmet wie dem Porträt oder dem Stillleben. Anfangs angelehnt an die Erfolgsmotive vor allem der Worpsweder, und später auch Fischerhuder Kunst, finden alle Fotografen und Fotografinnen ihre eigene unverkennbare Handschrift.