Wohin

Wohin ?

Auswanderung     Flucht     Vertreibung     –     Migration in drei Jahrhunderten

Ausstellung von Gemälden, Grafiken, Fotos und Installationen vom 12. März – 24. September 2017


Auswanderer von Christian Ludwig Bokelmann

Auswanderer von Christian Ludwig Bokelmann
Helms-Museum Hamburg-Harburg

Flucht 2017

Flucht 2017
Foto: dpa Pict.-All

inja va anja - Hier und Da von Maryam Montallebzadeh

„inja va anja – Hier und Da“
von Maryam Montallebzadeh

Flüchtlingstreck von Eduard Bischoff

Flüchtlingstreck von Eduard Bischoff
Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg

Die Menschheitsgeschichte ist ein Thema immerwährender Wanderungsbewegungen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass unsere Vorfahren, die Homo sapiens, in Afrika lebten. Vor etwa 60-70 Tausend Jahren verließen sie Afrika und besiedelten die anderen Kontinente. Alle heute auf der Welt lebenden Völker entstammen nach der gängigen Forschung dieser Auswanderungspopulation.
So gesehen sind wir alle Nachfahren von Migranten.

Seit den Ursprüngen kam es aus unterschiedlichen Gründen immer wieder zu Wanderungsbewegungen. Von historischer Relevanz sind die Wanderungen seit etwa Ende des 3. Jahrtausends v. Chr., wo Gruppen oder ganze Völkerschaften ihre Wohngebiete verließen. Dabei sind große Kulturen wie z. B. die griechisch-römische unter dem Einfluss indogermanischer Stämme entstanden. Später folgte die uns allen bekannte Völkerwanderung i.e.S. der überwiegend germanischen Stämme nach Süd- und Westeuropa (vom 4. bis 11. Jahrhundert n. Chr.). Sie wurde ausgelöst durch den Einfall der Hunnen (um 375), aber auch durch eine Verschlechterung der Wirtschaftslage sowie die Anziehungskraft der Römischen Welt.
Die Folge waren tief greifende Bevölkerungsumschichtungen in ganz Europa. Aus der Verschmelzung der germanischen Kulturen mit der griechisch-römischen Kultur und dem Christentum ist letztlich die abendländische Kultur des Mittelalters erwachsen, die bis in die Neuzeit Bestand hat.

Als Ausgangspunkt für weitere Wanderungsbewegungen kann man das Zeitalter der Entdeckungen im 15. und 16. Jahrhundert ansehen, insbesondere die Amerikas. So entstanden zwischen 1500 und 1800 große Kolonialreiche der Spanier und Portugiesen, Franzosen, Engländer und auch der Niederländer.
Eine weitere große Wanderungsbewegung ist zu einem wesentlichen Teil auf die industrielle Revolution zurückzuführen. Durch den zunehmenden Wohlstand entstand in Europa innerhalb von 100 Jahren ein großes Bevölkerungswachstum von etwa 190 Millionen (um 1800) auf 400 Millionen.
Um 1900 wohnte fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung im Zuge der innereuropäischen Wanderung nicht mehr an ihrem Geburtsort, 50 Millionen wanderten aus.

Weitere große Wanderungen wurden verursacht durch die beiden Weltkriege.
Das Phänomen der Wanderungen begann mit den Anfängen des modernen Menschen. Sie erfolgten aus den unterschiedlichsten Gründen wie z. B. Hunger, Krieg, Verfolgung, Not, Religion oder auch aus ganz privaten Anlässen.
Und immer ist damit verbunden: Für die einen ist es fremd, für die anderen sind es Fremde, eine Ursache für die meist Generationen dauernde Eingliederung in die neue Gesellschaft.

Vieles im Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen würde sicherlich einfacher sein, wenn man den Worten des Schriftstellers Navid Kermani folgen würde:
„Das Mitgefühl ist der natürliche menschliche Impuls, nicht die Gnadenlosigkeit“.

 

DIE GERECHTIGKEIT IST NICHTS ANDERES ALS DIE NÄCHSTENLIEBE DER WEISEN:
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716)

Die Ausstellung wurde realisiert in Kooperation mit:
Deutsches Schiffahrtsmuseum Bremerhaven
Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg
Deutsche Presseagentur

und mit freundlicher Unterstützung:
Karin und Uwe Hollweg / Stiftung, Bremen
Conrad Naber Stiftung, Lilienthal
Osterholzer Stadtwerke
Volksbank eG Osterholz-Scharmbeck
Lilienthaler Kunstverein Wümme Wörpe Hamme

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